Windows im Oktober 2026: Zwei Fristen, die Betriebe im Rhein-Erft-Kreis jetzt kennen sollten

Windows 10 ESU und Secure Boot: Monitor mit Schutzschild und Oktober-Kalender

Windows 10 und Secure Boot: Was sich im Oktober 2026 ändert

Im Oktober 2026 laufen für Windows-PCs zwei wichtige Fristen ab: am 13. Oktober das erste ESU-Jahr für Windows 10 in Unternehmen, am 19. Oktober ein zentrales Secure-Boot-Zertifikat von Microsoft.

„Muss ich jetzt einen neuen PC kaufen?“ – diese Frage höre ich in diesen Wochen von Kunden aus Bedburg, Bergheim und dem ganzen Rhein-Erft-Kreis. Kein Wunder: Im Netz kursieren widersprüchliche Angaben, und selbst Fachseiten nennen teils noch veraltete Termine.

In diesem Beitrag ordne ich verständlich ein, was wirklich gilt – getrennt für Privatnutzer und Unternehmen. Und ich zeige Ihnen, wie Sie in wenigen Minuten selbst prüfen, ob Ihr PC betroffen ist.

Die Kurzfassung für Eilige

Private Windows-10-PCs bekommen ein Jahr mehr Zeit. Firmen-PCs müssen bis zum 13. Oktober handeln. Und bei allen Windows-PCs lohnt ein kurzer Blick auf Secure Boot.

DatumWas passiertWer ist betroffenWas ist zu tun
13. Oktober 2026Erstes ESU-Jahr für Windows 10 in Unternehmen endetGeschäftlich genutzte Windows-10-PCsZweites ESU-Jahr buchen, auf Windows 11 wechseln oder Gerät ersetzen
19. Oktober 2026Secure-Boot-Zertifikat „Windows Production PCA 2011“ läuft abAlle Windows-10- und Windows-11-PCs, vor allem ältere GeräteUpdates einspielen, Status prüfen, bei Bedarf BIOS/UEFI aktualisieren
12. Oktober 2027ESU für Privatnutzer endet (statt Oktober 2026)Private Windows-10-PCsWenn registriert: nichts tun. Umstieg bis 2027 planen
10. Oktober 2028Letztes ESU-Jahr für Unternehmen endetGeschäftlich genutzte Windows-10-PCsSpätestens jetzt komplett umgestiegen sein

Windows 10 zu Hause: Sie haben bis Oktober 2027 Zeit

Microsoft hat die kostenlosen Sicherheitsupdates für Privat-PCs im Sommer still um ein Jahr verlängert – bis zum 12. Oktober 2027. Wer bereits registriert ist, muss laut Microsoft nichts tun: Der Schutz läuft automatisch weiter.

Die Änderung stand zunächst nur in einer Fußnote. Deshalb lesen Sie im Netz teils noch, am 13. Oktober 2026 sei Schluss. Für Privatnutzer stimmt das nicht mehr.

Ist mein PC schon angemeldet?

  1. Öffnen Sie Einstellungen > Update & Sicherheit > Windows Update.
  2. Dort sehen Sie, ob Ihr PC im ESU-Programm registriert ist. Falls nicht, erscheint der Link „Jetzt registrieren“.
  3. Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie winver ein und bestätigen Sie. Es muss Version 22H2 angezeigt werden.

Worauf Sie achten sollten

  • In Deutschland ist ESU kostenlos, solange Sie mit Ihrem Microsoft-Konto am PC angemeldet bleiben.
  • Melden Sie sich nicht mehr mit diesem Konto an, stoppen die Updates nach bis zu 60 Tagen. Dann müssen Sie sich neu registrieren.
  • Wer lieber mit einem lokalen Konto arbeitet, kann ESU einmalig für rund 30 Euro kaufen.
  • Eine Registrierung gilt für bis zu 10 Geräte.

Mein Rat: Nutzen Sie das geschenkte Jahr, um in Ruhe umzusteigen – nicht, um das Thema erneut zu vertagen. Sonst stehen Sie im Oktober 2027 vor genau derselben Frage. Wenn Sie dabei Unterstützung möchten, finden Sie hier meine IT-Hilfe für Privatkunden.

Windows 10 im Betrieb: Am 13. Oktober endet das erste ESU-Jahr

Für geschäftlich genutzte PCs gilt die Verlängerung nicht. Microsoft schließt das kostenlose Privat-ESU im geschäftlichen Umfeld ausdrücklich aus – etwa für PCs in einer Active-Directory-Domäne, in Microsoft Entra oder in einer Geräteverwaltung (MDM).

Unternehmen buchen ESU pro Gerät und Jahr, höchstens drei Jahre lang. Der Preis verdoppelt sich laut Microsoft jedes Jahr:

ESU-JahrLäuft bisPreis pro Gerät (Microsoft Volume Licensing)
Jahr 113. Oktober 202679 Euro
Jahr 212. Oktober 2027158 Euro
Jahr 310. Oktober 2028316 Euro

Wichtig: Die Jahre bauen aufeinander auf. Wer erst jetzt einsteigt, zahlt das erste Jahr rückwirkend mit – Abwarten macht es also nicht günstiger. Was Sie tatsächlich zahlen, hängt vom Bezugsweg ab.

Upgraden, ersetzen oder überbrücken? Meine Faustregel pro Gerät

  • Der PC erfüllt die Windows-11-Anforderungen (unter anderem TPM 2.0): Upgrade auf Windows 11. Das ist meist die sauberste und günstigste Lösung.
  • Der PC schafft Windows 11 nicht und ist ohnehin in die Jahre gekommen: ersetzen. Die ersten zwei ESU-Jahre kosten zusammen schon 237 Euro netto pro Gerät – Geld, das in neuer Hardware besser angelegt ist.
  • Der PC steuert eine Maschine oder ein altes Fachprogramm, das unter Windows 11 nicht läuft: ESU als Brücke nutzen – mit einem klaren Plan, bis wann er abgelöst wird.

Warum das für Praxen, Kanzleien und Steuerbüros besonders zählt

Die DSGVO verlangt geeignete technische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten (Art. 32). Ein Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates lässt sich kaum als geeignet begründen – spätestens nach einem Vorfall wird genau danach gefragt.

Wer Patienten- oder Mandantendaten verarbeitet, sollte deshalb vor dem 13. Oktober für jeden Windows-10-Rechner eine Entscheidung getroffen haben. Genau diese Bestandsaufnahme übernehme ich im Rahmen meiner IT-Betreuung für Unternehmen.

Secure Boot: Am 19. Oktober läuft das letzte alte Zertifikat ab

Am 19. Oktober 2026 läuft das Microsoft-Zertifikat „Windows Production PCA 2011“ ab, mit dem der Windows-Startvorgang signiert wird. Das betrifft Windows 10 und Windows 11 gleichermaßen.

Zuerst die Entwarnung: Ihr PC startet danach ganz normal weiter, und die gewöhnlichen Windows-Updates laufen auch. Fehlt das neue Zertifikat von 2023, bekommt der PC laut Microsoft aber keine neuen Schutzmaßnahmen mehr für den frühen Startvorgang.

Das klingt harmlos, ist es aber nicht ganz. Genau dort setzen sogenannte Bootkits an – Schadsoftware, die vor Windows startet und von normalen Virenscannern kaum zu finden ist. Ein bekanntes Beispiel ist BlackLotus.

Muss ich etwas tun?

Wer Windows 11 nutzt und Updates regelmäßig installiert, hat die neuen Zertifikate in den meisten Fällen schon automatisch erhalten. Aufpassen sollten Sie in drei Fällen:

  • Ältere PCs und Server, für die der Hersteller keine BIOS-/UEFI-Updates mehr liefert.
  • Windows-10-PCs ohne ESU. Sie bekommen gar keine Updates mehr – also auch keine neuen Zertifikate.
  • Rechner, auf denen Updates seit Monaten hängen oder manuell zurückgehalten werden.

So prüfen Sie den Status in zwei Minuten

  1. Öffnen Sie Windows-Sicherheit > Gerätesicherheit. Seit April 2026 zeigt Windows dort auch den Status der Secure-Boot-Zertifikate an.
  2. Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie msinfo32 ein und schauen Sie auf den Eintrag „Sicherer Startzustand“. Er sollte auf „Ein“ stehen.
  3. Für Technikinteressierte: In einer PowerShell mit Administratorrechten zeigt dieser Befehl True, wenn das neue Zertifikat bereits hinterlegt ist:
[System.Text.Encoding]::ASCII.GetString((Get-SecureBootUEFI db).bytes) -match 'Windows UEFI CA 2023'

Zeigt Ihr PC eine Warnung oder False, ist meist ein BIOS-/UEFI-Update des Herstellers der nächste Schritt. Das sollte man mit Bedacht angehen – ein fehlgeschlagenes Firmware-Update kann einen PC lahmlegen.

Und bitte schalten Sie Secure Boot nicht einfach ab, um das Thema loszuwerden. Davon rät auch Microsoft ausdrücklich ab – der PC wäre danach deutlich schlechter geschützt.

Häufige Fragen

Funktioniert Windows 10 nach dem 13. Oktober 2026 noch?

Ja. Der PC startet, Programme laufen wie gewohnt. Es enden nur die Sicherheitsupdates – für Firmen-PCs ohne gebuchtes zweites ESU-Jahr.

Startet mein PC nach dem 19. Oktober nicht mehr?

Doch, er startet ganz normal. Ohne die neuen Secure-Boot-Zertifikate fehlen ihm nur künftige Schutzmaßnahmen für den Startvorgang.

Kann ich als Selbstständiger einfach das kostenlose Privat-ESU nutzen?

Microsoft schließt den geschäftlichen Einsatz ausdrücklich aus. Auch wenn die Anmeldung auf einem einzelnen Büro-PC technisch klappen sollte: Für Ihren Betrieb würde ich mich nicht darauf verlassen.

Bekommen Office und Microsoft 365 unter Windows 10 weiter Updates?

Ja, die Microsoft-365-Apps erhalten auf Windows 10 noch bis zum 10. Oktober 2028 Sicherheitsupdates. Das hilft aber nichts, wenn das Betriebssystem darunter ungeschützt ist.

Kann ich Windows 11 auch auf einem PC ohne TPM 2.0 installieren?

Technisch gibt es Umwege, offiziell unterstützt Microsoft das nicht. Für Firmen-PCs mit sensiblen Daten rate ich davon ab.

Gibt es Alternativen zu Windows 11?

Für ältere Privat-PCs, mit denen Sie vor allem surfen, mailen und Dokumente bearbeiten, kann Linux eine gute und kostenlose Lösung sein. Ob das für Ihren Rechner passt, schauen wir uns gern gemeinsam an.

Fazit: Jetzt in Ruhe entscheiden statt im Oktober unter Druck

Für Privatnutzer hat Microsoft die Uhr um ein Jahr zurückgedreht. Unternehmen müssen dagegen bis zum 13. Oktober für jeden Windows-10-Rechner entscheiden: verlängern, upgraden oder ersetzen. Und für alle gilt: Updates einspielen und kurz den Secure-Boot-Status prüfen.

Sie möchten wissen, wie es um die Rechner in Ihrem Betrieb steht? Im Rahmen einer kostenlosen IT-Erstberatung verschaffen wir uns gemeinsam einen Überblick – vor Ort in Bedburg, Bergheim und im Rhein-Erft-Kreis oder per Fernwartung. Sie erfahren, welche Geräte Windows-11-fähig sind, wo sich ESU noch lohnt und wo ein Austausch sinnvoller ist.

Kostenlose IT-Erstberatung vereinbaren – oder rufen Sie mich direkt an: 02272 / 9774010.

Stand der Angaben: 27. September 2026. Microsoft ändert Fristen und Bedingungen gelegentlich kurzfristig – ich halte diesen Beitrag aktuell.

Quellen

Transparenzhinweis: Dieser Artikel stammt von mir.
KI wurde für die sprachliche Überarbeitung eingesetzt. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei mir.